Bibelgarten auf dem Friedhof Blankenese
09.06.2010
„Der Schöpfung ganz nah“ heißt eine Andachtenreihe in der Friedhofskapelle, in deren Mittelpunkt jeweils eine Symbolpflanze steht, die für die Grab- und Friedhofsgestaltung von Bedeutung ist. In diesem Kontext ist auch der Bibelgarten zu sehen – die meisten der in den Andachten vorgestellten Pflanzen finden sich hier wieder.
Der Bibelgarten wurde in ein bestehendes, altes Urnengrabfeld mit noch einigen wenigen bestehenden Gräbern hinein integriert. Die noch vorhanden Gräber bleiben unberührt und werden in die Neugestaltung mit einbezogen. Gestaltet wird der Garten mit kleinen Anpflanzungen aus Heil- und Gewürzkräutern und anderen, schön blühenden Duftpflanzen. Einige Gehölze, wie ein Feigenbaum, eine Pappel und eine Libanonzeder bilden das Gerüst der Anlage. Mit dem Duft und den bunten Blüten sollen die Besucher diesen Ort mit allen Sinnen erfahren können.
Bei der Bepflanzung sind die Friedhofsmitarbeiter von Schülern und Schülerinnen der Bugenhagenschule Blankenese unterstützt worden. Konfirmanden und Konfirmandinnen haben im Herbst 2009 zusammen mit dem Künstler Ludger Trautmann kleine Skulpturen geschaffen, die für einige Zeit im Bibelgarten zu sehen sind.
Der Bibelgarten ist gedacht als ein fortlaufendes Projekt mit Kindern und Jugendlichen. Neben Führungen für alle Interessierten, sollen Jugendliche den Garten vor allem regelmäßig betreuen und pflegen.
Mit dem Bibelgarten wollen wir nicht nur Kinder und Jugendlichen ansprechen und sie für Projekte auf den Friedhof gewinnen. Wir möchten Menschen, die sonst keinen Bezug zum Friedhof haben, ermutigen, sich diesem Ort und damit auch dem Thema Tod und Trauer auf möglichst unvoreingenommene Weise zu nähern.
Die Realisierung des Bibelgartens wurde materiell und ideell vom Förderverein Blankeneser Kirche am Markt e.V. und vom Botanischen Garten der Universität Hamburg unterstützt.Besonderheiten des Bibelgartens:
Rosenbögen markieren Eingang und Ausgang des Gartens. Sie sollen deutlich machen, dass der Besucher hier einen anderen, besonderen Bereich des Friedhofes betritt.
Bänke laden zum Verweilen ein. Hier kann man sich von der Ruhe, dem Duft und der Schönheit der blühenden Blumen berühren lassen und die Alltagshektik für eine Weile draußen lassen.
in Erinnerungsfluss aus Kieselsteinen schlängelt am Rand durch den Garten. Hier können kleine, beschriftete Kiesel als Zeichen der Erinnerung an einen geliebten Menschen abgelegt werden.
Eine Steinbrücke führt über das angedeutete Trockenflussbett. Sie symbolisiert den Übergang vom Leben zum Tod, ist gleichzeitig aber auch ein Zeichen für den Weg zurück aus der Starre der Trauer in ein neues Leben.