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Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.

Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden

und tauscht bei ihnen seine Seele um.

Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm

und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

(Erich Kästner, Die Wälder scheigen, Auszug)

 

Bäume

Bäume begleiten den Menschen seit alters her in fast allen Lebenssituationen, von seinem Anfang bis zu seinem Ende. Aus dem Holz der Bäume wurde früher die Wiege für die Neugeborenen geschnitzt und aus Holz fertigt man immer noch das Behältnis, in dem der Mensch seine letzte Reise antritt: den Sarg.

 

Doch es sind nicht nur die praktischen Dinge, die den Baum für den Menschen so wichtig machen. Vor allem für uns hier auf dem Friedhof sind Bäume von ganz besonderer Bedeutung.

 

Bäume auf dem Friedhof sind ein Symbol des Lebens, dem der Tod kein Ende setzt, sondern das sich fortlaufend erneuert. Das fallende Laub im Herbst zeigt uns, dass sich der Lebenskreis, auch unser eigener, dem Ende entgegen neigt. Es macht uns die Endgültigkeit deutlich, mit der wir unser irdisches Leben beenden müssen.

 

So sicher wie das Laub im Herbst fällt, so unweigerlich erfolgt der Neuaustrieb der Blätter im Frühjahr, selbst nach dem härtesten Winter. Diese sich immer wieder erneuernde Lebenskraft der Bäume verkörpert den beständigen Sieg des Lebens über den Tod und beinhaltet vor allem für die Menschen, die in Trauer sind, die Hoffnung auf einen Neubeginn, auf wiedererwachendes Leben.

 

Der Baum wurde früher als Abbild des Menschen angesehen. Wie der Mensch hat der Baum eine aufrechte, zum Himmel strebende Gestalt. Er wurzelt fest in der Erde, seine Zweige aber weisen in den Himmel, scheinen ihn zu berühren. Damit wird der Baum zu einem Wesen, das zwischen zwei Welten, zwischen oben und unten vermittelt.